Der Tramp
Frank und Franz, nur ein Buchstabe ist anders und doch trennen die beiden Welten. Der eine ist Investmentbanker und der andere ein Penner oder Sandler und eigentlich ein Tramp. In der Anlage, ein Park um das Frankfurter Bankenviertel, lässt der Schmelztiegel
der Großstadt die beiden nicht nur nah aneinander vorbei laufen, sondern sich gegenseitige Beachtung schenken. - Martin Heipertz beschreibt in seinem Buch, wie er den Tramp kennengelernt und seien Geschichte nach einigen Treffen in der Anlage aufgeschrieben hat - eine wahre Begebenheit. Er schreibt so, wie Franz erzählt, keine ausgefeilten Sätze und gerade das lässt das Erzählte so wirklich erscheinen. Manchmal fördern ungewöhnliche Zufälle bemerkenswerte Geschichten zu Tage, die die Menschen am nächsten Tag anders aussehen lassen. Diese handelt von Oberflächlichkeit und Menschlichkeit, von Hunger nach Leben und dem Leben auf den Straßen dieser Welt. Denn als Tramp ist man viel unterwegs und erlebt die Freiheit des Ungebundenen. Und was erlebt ein Investmentbanker? - Trotz kritischer Töne zu Religion und Kirche empfohlen.
Daisy Liebau
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Tramp
Martin Heipertz
Berlin University Press (2011)
120 S.
fest geb.