Die Lukasbrüder
Ergriffen von der Botschaft des Evangeliums und leidenschaftlich entbrannt, ausschließlich diesem künstlerisch zu dienen, machen sich vier Wiener Kunststudenten, denen die neue Ära des Kunstschaffens an den Akademien zuwider ist, auf den Weg nach
Rom und gründen in Anlehnung an den Evangelisten die Lukasbrüderschaft. Ihr Schaffen ist der Ehre Gottes gewidmet und so wird ihr Werk in der Kunstgeschichte unter dem Namen der "Nazarener" benannt bleiben. Overbeck, Hottinger, Pforr und Vogel versprechen sich ewige Freundschaft und leben in der Stadt ihres ernannten Meisters, Raffael Santi, klostergleich zusammen. Während Overbeck sich immer dogmatischer der Transzendenz verschreibt, lernt Hottinger die Reize der Frauen und das Leben im Hier und Jetzt kennen und erliegt so mancher Versuchung, was zu erbitterten Auseinandersetzungen führt. Der Plan, ein Gemälde als Allegorie der Freundschaft zu malen zeigt auf künstlerischer Ebene die unterschiedlichen Haltungen, und erst als Pforr vom Tod gezeichnet darniederliegt, eröffnet sich in dieser Ausnahmesituation das Geheimnis des Seins und sowohl künstlerisch wie auch biographisch erahnen die Kunststudenten, was "Vollendung" bedeutet. - Leicht lesbar, kunstgeschichtlich recherchiert und mit spürbarer Begeisterung für das Werk der historischen Lukasbrüder hat Alexandra Doerrier ein literarisches Vermächtnis dieser epochenbildenden Kunstrichtung geschaffen, das sich teilweise recht trivial liest, aber Information und gute Unterhaltung bietet.
Die Lukasbrüder
Alexandra Doerrier
Acabus-Verl. (2016)
213 S. : Ill.
fest geb.