Die Hundertfünfundzwanzigtausend-Euro-Frage
Der Lehrer Rüdiger Meierle nimmt auf Drängen seiner Frau an der Show 'Wer wird Millionär?' teil. Ausgerechnet bei einer Frage aus seinem ureigensten Metier, der Geschichte, hat er einen Blackout. Er setzt den Publikums-Joker und entscheidet sich
für die Antwort einer jungen Frau, die sich allerdings als falsch herausstellt. Was folgt, ist ein Shitstorm gegen ihn und gegen die junge Frau, Julia. Die Ereignisse werfen Julias Leben aus der Bahn, wodurch die beiden in einer heimlichen Beziehung zusammenfinden. Durch die subjektive Erzählweise - Meierle erzählt seine Geschichte in der Ich-Form - schafft der Autor eine Nähe zur Gedankenwelt seiner Figur, die den Leser gefangen nimmt. Allerdings ist der Aufhänger - eine falsch beantwortete Frage in einem Quiz - als Auslöser für die Konflikte etwas schwach, da die gleich geschalteten Reaktionen der Umwelt nicht ganz glaubwürdig sind. Trotzdem wartet die Geschichte mit interessanten Reflexionen und präzise gezeichneten menschlichen Beziehungsmustern auf, die das Buch zu einem empfehlenswerten Leseerlebnis machen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Hundertfünfundzwanzigtausend-Euro-Frage
Dierk Wolters
Weissbooks (2015)
138 S. : Ill.
kt.