Sputnik
Journalist Leo bekommt von seiner Chefin vom Lokalanzeiger einen heiklen Auftrag: Er soll sich bei Russia Today in Berlin einschmuggeln, undercover arbeiten und darüber berichten. Achteinhalb Jahre später schreibt Leo diese Geschichte auf. Sie fußt
auf einer wahren Begebenheit. Leo und Mascha sollen eine Reportage über ein von Flüchtlingen belästigtes Mädchen schreiben, das es erst einmal zu finden gilt. Sie geraten in eine Wohnung, in der die Tochter für die Mutter Troll-Kommentare verfasst, aber jedenfalls nicht belästigt wird. Die Suche nach dieser Belästigungs-Story zieht sich durch den Roman. Ebenso die Verbindung zwischen Leo und Vitali, die zusammen Kaviar panschen und teuer verkaufen. Sie geraten immer wieder aneinander, versöhnen sich jedoch wieder. Anton Sokolov, Chef von RT in Berlin, verlangt von Leo einen kompromittierenden Bericht über den Lokalanzeiger zu verfassen. Leo befindet sich in der Zwickmühle. Da helfen auch viel Wodka, Gürkchen und Kaviar nichts. – Ein überdrehter, nicht ganz ernst zu nehmender Spaß (trotz ernsten Hintergrunds) in witzigen, übertriebenen, teils slapstickartigen Szenen, in schnoddriger, leichter Sprache mit neuen Worten ("ostig") in Form eines modernen Schelmenromans. Allen Büchereien sehr empfohlen.
Wilfried Funke
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
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Nikita Afanasjew
Verlag Voland & Quist GmbH (2024)
218 Seiten : Illustration
fest geb.