Smillas Gespür für Käfer
Smilla liebt Käfer über alles und würde am liebsten den ganzen Tag auf dem verwilderten Grundstück des verstorbenen Nachbarn Fiete verbringen, wo sie auf Bäume klettern, zur Ruhe kommen und jede Menge Tiere beobachten kann. Denn während sie vom
Alltag und anderen Menschen oft überfordert ist – sie meidet Blickkontakt und kann Ironie nicht einordnen – fühlt sie sich in der faszinierenden Welt der Käfer wie zuhause. Ihre Eltern kennen ihre Bedürfnisse und nehmen Rücksicht, doch in der Schule wird Smilla gemobbt und ausgelacht. Wie gut, dass sie auf Fietes Eichenbäumen einen Rückzugsort hat. Doch der wird bedroht, als eines Tages der Influencer JayJay auftaucht und in dem alten Haus seine Videos drehen will. Zu allem Überfluss meldet auch noch eine Immobilienfirma an, auf dem Grundstück ein Investorenobjekt bauen zu wollen. Während Smilla und JayJay sich zuerst gar nicht verstehen, verbünden sie sich schließlich, um den fiesen Immobilienleuten den Kampf anzusagen. Smillas Interesse an Käfern ist dabei der Schlüssel, um einem alten Geheimnis auf Fietes Grundstück auf die Spur zu kommen … – Das klug aufgebaute und schlüssig sowie realistisch erzählte Kinderbuch bietet einen guten Einblick in die Wahrnehmungs- und Gefühlswelt eines neurodivergenten Mädchens, das ungewollt zur Heldin wird. Die Geschichte ist lebensnah, die Figuren plastisch und der Plot intelligent gemacht. Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Käfern und einigen zentralen Szenen runden das Buch ab. Erstklassige Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren.
Vanessa Görtz-Meiners
rezensiert für den Borromäusverein.
Smillas Gespür für Käfer
Anne Jaspersen ; mit Bildern von Amrei Fiedler
Tulipan Verlag (2025)
228 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10