"Ich bleibe immer der vierjährige Junge von damals"
Am 10. Juni 1944 begeht eine Kompanie deutscher Soldaten unter Führung von Kompaniechef Fritz Lautenbach in dem griechischen Dorf Distomo ein schreckliches Massaker. Fast 300 Menschen - Männer, Frauen und Kinder - werden brutal hingerichtet. Der
vierjährige Agyris Sfountouris überlebt zusammen mit seinen drei Schwestern, traumatisiert und als Waise. Der Journalist und Schriftsteller Patric Seibel hat das Leben von Agyris Sfountouris nachgezeichnet. Sfountouris wuchs nach dem Krieg in einem Schweizer Kinderheim auf und wurde 1973 Schweizer Staatsbürger. Er studierte in Zürich Physik, wurde Physik-Lehrer und arbeitete zeitweilig auch für das Schweizer Katastrophenhilfskorps im Ausland. Da Agyris Sfountouris Zeit seines Lebens Kontakt zu seinen Verwandten in Griechenland hielt, ist sein Leben eng mit den dortigen politischen Entwicklungen verbunden. Aus diesem Grund ist Seibels Buch nicht nur ein spannendes Porträt dieses beeindruckenden engagierten Mannes, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der griechischen Geschichte der letzten 80 Jahre.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
"Ich bleibe immer der vierjährige Junge von damals"
Patric Seibel
Westend (2016)
285 S. : Ill.
fest geb.