Die verrückteste Schule des 18. Jahrhunderts

Kapitelweise und mit kleinen Erklär-Kästchen wird das Lernen am Dessauer Philanthropin durch die Augen des kleinen Fritz erzählt. Die "Schule der Menschenfreundschaft" (S. 2) wird 1774 vom Aufklärer, Pädagogen und Menschenfreund Johann Bernhard Die verrückteste Schule des 18. Jahrhunderts Basedow gegründet, der mit dem "Elementarwerk" auch das erste moderne Schulbuch geschaffen hat. Verrückt im positiven Sinn ist die Schule zur Zeit der Aufklärung: Hier werden das Ausprobieren, Beobachten und Experimentieren großgeschrieben. Die Schüler sind oft in der Natur, im nahegelegenen fürstlichen Wörlitzer Schloss. Sie sprechen Latein und Französisch, fechten, tischlern, tanzen. Statt Schlägen gibt es eine Meritentafel, auf der die guten und schlechten Taten mit Nägeln eingeschlagen werden. Neu für die damalige Zeit ist die Vermittlung von Toleranz gegenüber Religionen, das gemeinsame Lernen von Juden, Christen und Muslimen. So wird das Philanthropin zum Vorbild für neu gegründete Schulen in Deutschland und Europa. – Die Ideen von Toleranz und praktischem Lernen haben nichts an Relevanz verloren und so ist das Buch ein Muss für Interessierte von Pädagogik und Schulgeschichte. Der Halbleinen-Einband ist von den charmanten Illustrationen bis hin zu den geografischen Karten auf dem Vorsatzpapier wunderschön ausgestattet. Schöner kann man Kindern ab 8 Jahren das Lernen während der Aufklärung nicht erlebbar machen. Eine Bereicherung für jede Bücherei!

Melanie Schubert

Melanie Schubert

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die verrückteste Schule des 18. Jahrhunderts

Die verrückteste Schule des 18. Jahrhunderts

Anette Froesch, Silke Wallstein ; [Illustrationen:] Maria Geißler
A.E.Seemann (2024)

E.A. SEEMANNs BILDERBANDE
40 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.

MedienNr.: 753920
ISBN 978-3-86502-536-4
9783865025364
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 8
Systematik: KGe
Diesen Titel bei der ekz kaufen.