Wendelins Traum

Der katholische Pfarrer Wolfgang Wendelin, Jahrgang 1933, liegt nach einem Verkehrsunfall seit über einem Jahr im Koma. Als Pfarrer wirkte er in Thüringen, Ostberlin und zuletzt in der Mark Brandenburg. Ärzte und Freunde hoffen auf das Wunder des Wendelins Traum Wiedererwachens. Unterdessen hält die Seele Wendelins in der "Zwischenwelt" Rückblick auf dessen Leben mit allem Scheitern und seinen Ursachen. Dabei trifft Wendelins Seele auch auf andere Seelen: auf Denker von Augustinus bis Heidegger oder auch auf Josef von Arimathäa, von dem er die Umstände der Auferstehung Christi erfährt. Diese Begegnungen erweitern den Blickwinkel seiner Seele. In der "Zwischenwelt" wird sein Leben bilanziert und gedeutet - schließlich als unvollendet. So geschieht das erhoffte Wunder: Wendelin erwacht, erstaunlich innerlich verändert. - Jürgen Drews schreibt einen bemerkenswerten Priesterroman. Bei dem es um mehr geht als Kirchen- oder Zölibatskritik. Das Buch beschreibt eine Lebensbilanz mit Brüchen, Scheitern, aber auch gelungenen, klaren Wegen in aller Bruchstückhaftigkeit. Die Romanfigur Wendelin ist einen unbeirrten Weg gegangen mit allen Folgen. Aber selbst in seinem Scheitern erwacht neues Leben. Die theologisch fragwürdigen Gedanken einer Seelenwanderung und eines nur scheintoten Jesus mögen in der literarischen Form des Romans tolerieren können. Drews schreibt ein im wahrsten Wortsinn anstößiges und irritierendes Priesterporträt, sehr lesenswert!

Frank Müller

Frank Müller

rezensiert für den Borromäusverein.

Wendelins Traum

Wendelins Traum

Jürgen Drews
Buch & Media (2012)

415 S.
kt.

MedienNr.: 367040
ISBN 978-3-86520-432-5
9783865204325
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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