Das Bett mit dem goldenen Bein
Mit zahlreichen Vor- und Rückblenden skizziert der Anfang 2022 verstorbene Autor in dem erstmals 1984 auf Lettisch erschienenen Roman die Wege von Bauern, Fischern, Seefahrern, Handwerkern und Handeltreibenden in der Zeit von Monarchie, Revolutionen
und kurzen demokratischen Zeitspannen. Die individuelle Freiheitsliebe der Protagonisten steht dabei im Kontext der langen Unterdrückung Lettlands insbesondere durch Deutsche und Russen. Den Generationen geht das Verständnis für die Zeichen und Wechsellaunen der Natur nicht verloren. Das notwendige Miteinander und Stützen zwischen arm und reich, das prägende Wirken der weiblichen Familienmitglieder in zeitbedingt männlich dominierten Gesellschaftsformen wird - nicht nur in Kriegszeiten - nachdrücklich thematisiert. - Der vor allem in der Sowjetunion weitverbreitete Roman erinnert als Familiensaga immer wieder an Márquez "Hundert Jahre Einsamkeit", dem er in seiner literarischen Qualität nicht nachsteht. Die bibliophile Ausgabe enthält ein aussagekräftiges Nachwort zum Autor und seinem Werk sowie weitere Anhänge. - Sehr empfehlenswert.
Rolf Pitsch
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Bett mit dem goldenen Bein
Zigmunds Skujins ; aus dem Lettischen übersetzt von Nicole Nau
mare (2022)
607 Seiten
fest geb.