Das Geschenk des Meeres
Schottland, 1900: In einem abgeschiedenen Fischerdorf wird im Winter ein Junge an Land gespült. Er wird von der Lehrerin Dorothy aufgenommen, die ihn aufpäppelt, während man auf besseres Wetter wartet, um auf den Nachbarinseln Nachforschungen nach
einem vermissten Kind anzustellen. Dorothy hat vor vielen Jahren ihren eigenen Jungen ans Meer verloren. Er war im selben Alter wie das gestrandete Kind, und sie sieht immer mehr Ähnlichkeiten mit ihm. – Die Erzählung springt zwischen den Zeitebenen und deckt nach und nach die Geheimnisse des Dorfes auf. Dorothy Aitken war als neue Lehrerin aus Edinburgh nach Skerry gekommen, ihre Ausbildung hatte aus Ordnung und Disziplin bestanden. Die Klatschbasen des Dorfes nennen sie „Fräulein Hochwohlgeboren“, ein Ausdruck, den auch ihre Mutter gerne verwendet hatte, um mit ihrem hartherzigen Spiel Dorothys Gefühle zu manipulieren. Die sich zart entwickelnde Liebesgeschichte mit dem Fischer Joseph zerschellte an den Dorfintrigen und an Dorothys Bestreben, sich korrekt zu verhalten. – Julia R. Kellys Debütroman ist eine wunderbare Geschichte über Trauer, Hoffnung und Liebe; über dunkle verschneite Nächte, die Geheimnisse des Meeres und über Wiedergutmachung.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Geschenk des Meeres
Julia R. Kelly ; aus dem Englischen von Claudia Feldmann
mare (2025)
350 Seiten
fest geb.