Mayas Tagebuch

Auf einer kleinen chilenischen Insel begegnet der Hörer Maya. Sie wurde von ihrer Großmutter dorthin geschickt nach dem Aufenthalt in der Drogenentzugsklinik, einem Leben in der Gosse und auf der Flucht vor skrupellosen Geldfälschern. Sie beschreibt Mayas Tagebuch ihre ungewöhnliche Kindheit in Berkeley, immer umgeben von sie liebenden Menschen. Auch wenn die leiblichen Verwandten ihr nicht immer die erwartete Zuneigung gaben, so ist es vor allem ihr "Pop", der zweite Mann ihrer Großmutter, der ihr die Liebe schenkt, auf deren Boden eine stabile Persönlichkeit heranreift. Nach Pops Tod verliert sie allen Halt, rutscht in Alkohol- und Drogensucht und in Prostitution. Es ist eine jener Frauen mit einem großen Herz, die sie rettet, als sie fast auf der Straße stirbt. Nach dem Entzug schickt ihre Großmutter sie auf die chilenische Insel, wo sie zuerst widerstrebend, dann aber mit ganzem Herzen, ihre Liebesfähigkeit wiederentdeckt. Als sie ihre Vergangenheit in Gestalt eines korrupten Polizisten einholt, ist es erneut der bedingungslose Zusammenhalt ihrer Freunde und Verwandten, der sie rettet. Diese spannende Hommage an Familie und Freundschaft - einschließlich eines Exkurses in die dunklen Jahre der chilenischen Pinochet-Diktatur - kann gerne empfohlen werden. Nur die Sprecherin ist mit dem sprachlich anspruchsvollen Text gelegentlich überfordert, was sich in unpassenden Betonungen bei langen Sätzen zeigt. Dennoch ein empfehlenswerter Titel.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Mayas Tagebuch

Mayas Tagebuch

Isabel Allende. Gelesen von Hannah Herzsprung
Der Hörverl. (2012)

8 CD (ca. 562 Min.)
CD

MedienNr.: 571189
ISBN 978-3-86717-856-3
9783867178563
ca. 9,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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