Delirium
Lena lebt als Waise bei ihrer Tante in den USA. Das Leben des Mädchens ist von einem Tabu überschattet. Ihre Mutter ist an "Amor deliria nervosa" gestorben. Aber in dieser fortschrittlichen Welt gibt es ein Heilmittel gegen diese furchtbare Krankheit,
die oft in den Tod, jedoch immer in den Wahnsinn führt. Mit 18 wird jeder in einem operativen Eingriff geheilt und ein neutraler Beraterstab wählt die Ehepartner aus. Lena sehnt den Tag herbei, an dem der Eingriff bei ihr vorgenommen werden soll. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin begibt sie sich zum Ritual. Dieses wird jäh durch einen Überfall der "Invaliden" gestört. Die Invaliden leben jenseits der hermetisch abgeschotteten Grenzen und leiden noch an der tödlichen Krankheit Liebe. Bei diesem Überfall begegnet Lena zum ersten Mal Alex und er zieht sie sogleich in seinen Bann. In diesem ersten Teil der Trilogie entschließt sich Lena ihrer Liebe Alex in die unbekannte Wildnis zu folgen. Annina Braunmiller liest überaus differenziert. Zu Beginn der Story wirkt Lena distanziert und identifiziert sich gänzlich mit dem totalitären Überwachungsstaat. Im Laufe ihrer Entwicklung verleiht Braunmiller der jungen Protagonistin immer mehr Leidenschaft und erzeugt in dieser leicht gekürzten Hörbuchfassung eine intensive Atmosphäre.
Ursula Reich
rezensiert für den Borromäusverein.
Delirium
Lauren Oliver. Gelesen von Annina Braunmiller
Silberfisch (2011)
6 CD (ca. 445 Min.)
CD