Zu Hause redet das Gras
Wilhelmina verbringt ihre Kindheit auf einer Farm in Simbabwe. Sie liebt das ungebundene Leben, die einheimischen Arbeiter und die Nähe zur Natur. Als ihr Vater unerwartet stirbt, wird die Farm verkauft und Wilhelmina nach London in ein Mädcheninternat
geschickt. Will, wie sie von allen genannt wird, erleidet in der nasskalten Großstadt einen Kulturschock. Auch die zickigen Mädchen in der Schule machen ihr das Leben schwer. Da beschließt Will wegzulaufen. Tagelang irrt sie in der Großstadt umher, bettelt, macht Kunststücke und schläft unter freiem Himmel. Auf der Flucht vor der Polizei versteckt sie sich in der Garage der einzigen englischen Familie, die sie kennt. Die liebenswert resolute Großmutter kann sie letztlich überzeugen wieder ins Internat zurückzukehren. Dennoch bleibt Wills einziger Wunsch, wieder auf der Farm zu leben. - Ein faszinierendes Mädchenschicksal, das Sascha Icks eindrucksvoll interpretiert. Die Figuren werden liebevoll und authentisch charakterisiert, die Gefühle der verzweifelten Will werden glaubhaft. Ein ausgezeichnetes Werk, das sich positiv von Mainstreamreihen abhebt.
Ursula Reich
rezensiert für den Borromäusverein.
Zu Hause redet das Gras
Katherine Rundell. Gelesen von Sascha Icks
Silberfisch (2012)
3 CD (ca. 223 Min.)
CD