Ein Lied für Jemmie
Justin Riggs hat alles verloren. Nach einem heftigen Streit der Eltern ist sein Vater Jack ausgezogen und seine Mutter Kathy liegt nur noch apathisch im Bett und vernachlässigt sich und den Haushalt. Justins bester Freund Ben verbringt seine Zeit
ausschließlich mit seiner neuen Freundin Cass und sein großer Bruder Duane ist zum Militär gegangen und wird prompt in den Irak geschickt, wo jederzeit der Krieg ausbrechen kann. Kein Wunder, dass Justin in der Schule immer schlechter wird und die Versetzung gefährdet ist. Da scheint sich Jemmie für ihn zu interessieren, ausgerechnet Jemmie, das schönste Mädchen der Schule. Sie nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Hier taucht er ein in die festen Strukturen der chaotisch scheinenden Familie Lewis. Jemmies Großmutter Nana Grace lässt ihn auf dem alten Klavier der Familie spielen und entdeckt sein Talent. Wenn er spielt, vergisst er seine Probleme. Langsam gelingt es ihm, seiner Mutter zu helfen, für sie zu kochen, die Katze Giz zu versorgen und Rechnungen zu bezahlen. Er ist verzaubert von Jemmie und er fragt sich, wie er ihr Herz gewinnen kann. Doch dann taucht der gutaussehende, sportliche Leroy auf. Jemmie scheint ihn sehr zu mögen. Kann Justin sie mit dem Klavierspiel zurückgewinnen? - Ein heiteres und zugleich anrührendes Buch, besonders dann, wenn der unerfahrene Justin versucht, den Haushalt zu übernehmen und z.B. beim Hühnersuppe kochen beinahe die Wohnung in Brand setzt oder wenn er auf Schecks Unterschriften fälscht, um endlich die längst fälligen Stromrechnungen zu bezahlen. Der Text wird durch Briefe der Familienmitglieder aufgelockert. Gern empfohlen.
Birgit Fromme
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Lied für Jemmie
Adrian Fogelin
Knesebeck (2015)
235 S.
fest geb.