Letzter Akt
Professor DiLanda lebt im Ruhestand in einem kleinen toskanischen Dorf zusammen mit seiner attraktiven, deutlich jüngeren Frau aus Frankreich. DiLanda stammt eigentlich aus Berlin. Die Dorfbewohner - allesamt älteren Datums - haben seinen deutschen
Namen "Vonderheid" italianisiert. Zum Erschrecken aller im Dorf wird eines Tages ein alter Mann gefunden, der sich im Schuppen DiLandas erhängt hat. Ein durch persönliche Probleme belasteter Kommissar aus Florenz soll in dem Fall ermitteln. DiLanda, seine Frau und Kommissar Corelli kommen einander näher. Corelli quartiert sich schließlich bei DiLanda ein. Bei weinseligen Gesprächen arbeitet Vonderheid ein dunkles Kapitel seiner Biografie auf; er kannte den Selbstmörder in seiner Kinder- und Jugendzeit. - Christoph Leuchter schreibt einen ruhigen, stark die Personen charakterisierenden Roman. Es entsteht ein stimmungsvolles Porträt, das untermalt wird von der morbiden Schilderung des kleinen toskanischen Dorfes. Eine entspannende, zugleich nachdenklich stimmende Lektüre.
Frank Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Letzter Akt
Christoph Leuchter
Steidl (2012)
191 S.
fest geb.