Gebt mir etwas Zeit
Die Familiengeschichte von Hape Kerkeling ist noch lange nicht erzählt. Bereits mehrfach hat der Entertainer und Bestsellerautor aus seiner Kindheit und Jugend berichtet, hat seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg geschildert (Ich bin dann mal weg: BP/mp
06/825) und seine lebenslange Leidenschaft für Katzen in Worte gefasst. Während der Corona-Pandemie hat er den Blick auf die Ahnen gerichtet. Trotz einem engen Verhältnis in der Familie und zu den Großeltern gibt es viele Fragen über die Herkunft und das Schicksal. Ein Genealogieportal und ein DNA-Test sollen Klarheit bringen bzw. mehr Details liefern. Und so folgen wir Kerkeling in verschiedene Epochen der Geschichte. Ein wichtiger Teil der Familie stammt aus den Niederlanden. Im „Goldenen Zeitalter“ erleben wir u.a. in Amsterdam Episoden (die auf realen Personen basieren und nun „erzählt“ werden) rund um den Aufstieg als Handelsmacht, die Ostindienkompanie und die strenge Trennung zwischen den Konfessionen. Auch das 20. Jh. hat Spuren hinterlassen: Kerkelings Großvater wurde von den Nationalsozialisten inhaftiert. Und dann ist da noch Oma Bertha: Was passierte damals zwischen ihrer Mutter und einem illustren Gast in Marienbad? Ist Hape Kerkeling tatsächlich mit dem englischen Königshaus verwandt? Dazwischen berichtet er über seinen Start in der Unterhaltungsbranche, frühe Erfolge und bittere Enttäuschungen. Und dann ist da eine frühe große Liebe in Amsterdam, die so tragisch endet. Ende 2024 kann Hape seinen 60. Geburtstag feiern. Sein neues Buch ist (wie nicht anders zu erwarten) sofort zum Bestseller geworden und sehr unterhaltsam, hat aber auch nachdenkliche und traurige Momente. Ungekürzt vom Autor gelesen ist es natürlich besonders gut!
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Gebt mir etwas Zeit
Hape Kerkeling ; gelesen vom Autor
Osterwoldaudio (2024)
9 CDs (circa 650 min)
CD