Im Inneren des Landes
Stefan Brenner war zu DDR-Zeiten Rekrut in einer Kaserne in Eggesin, Mecklenburg-Vorpommern. Einer seiner damaligen Vorgesetzten war Ingo Kern, ein wegen seiner Härte und seiner Gemeinheiten gefürchteter Offizier. Seinetwegen beging Brenners Freund
Viktor Selbstmord. Doch nicht nur die Erinnerungen an die damalige Zeit machen ihm zu schaffen. Brenner ist mittlerweile mit Viktors Freundin Gudrun verheiratet, eine Beziehung, die mit vielen zwiespältigen Gefühlen belastet ist. Jahre später, Kern ist in der Personalabteilung der Deutschen Bahn untergekommen, und Brenner arbeitet als Autohauskontrolleur, treffen die beiden in Eggesin wieder aufeinander - eine Begegnung mit tödlichem Ausgang. - Dirk Brauns erzählt seine Geschichte aus der Perspektive der beiden Männer, die sich innerhalb von 24 Stunden aufeinander zu bewegen. In einer knappen Sprache, die trotz ihrer Kargheit erstaunlich poetisch ist, wird ein Stück DDR-Geschichte erzählt, das von Tätern und Opfern handelt, die nicht so einfach in ein Schwarz-Weiß-Klischee passen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Inneren des Landes
Dirk Brauns
Galiani (2012)
223 S.
fest geb.