Der Komet
Was wäre, wenn ... die Welt die zwei Weltkriege nie hätte erleben müssen, wenn es die Repressalien des stalinistischen Regimes nie gegeben hätte und die österreichisch-ungarische Monarchie eine wichtige europäische Größe geblieben wäre? Der
utopische Roman "Komet" ist in der Zeit steckengeblieben. Nicht nur die Sprache mutet altertümlich an, auch die Lebensumstände haben sich seit 1914 kaum verändert. Man wird noch immer in Salons eingeführt und auch Anglizismen sucht man vergeblich. Amerika ist eben noch immer ein hinterwäldlerischer Kontinent und Wien ist das Zentrum der Welt. Man kann jedoch zum Beispiel per Linienflug die Kolonien auf dem Mond besuchen. Ein ausführliches Glossar klärt über die geschichtlichen Hintergründe auf und erklärt Worte, die aus unserem Sprachgebrauch verschwunden sind. Interessante und spannende Gedankenspiele vollführt der Autor, um eine Welt zu beschreiben, die keine Katastrophen kennt, bis der Komet Kurs auf die Erde nimmt.
Daisy Liebau
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Komet
Hannes Stein
Galiani (2013)
270 S.
fest geb.