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"Linas Glück hatte nichts Flüchtiges, es war immer da!“ Jacqueline Kornmüller erzählt die Geschichte ihrer 1911 geborenen Großmutter Lina, die noch am Ende ihres Lebens sagt: „So eine Armut, wie ich sie erlebt habe, gehört verboten.“ Mit
13 tritt sie ihre erste Stelle an. Gemeinsam mit Maria, der sie in lebenslanger Freundschaft verbunden ist, ergreift sie jede Chance und kämpft sich durch ein arbeitsreiches und keineswegs leichtes Leben. Lina ist leidenschaftliche Lottospielerin und glaubt umso mehr an ihr Glück, je länger sie spielt. – Das Buch erzählt die Geschichte einer Frau, die in einer Zeit lebt, in der sich alles mit großer Geschwindigkeit radikalisiert und mit großer Härte in menschliche Schicksale eingreift. Die Autorin erzählt, wie sie ihre Großmutter selbst erlebte und von dem, was diese ihr in gemeinsamen, ruhigen Stunden anvertraute. Es ist ein Buch, das es der Leserin mit seinen kurzen Kapiteln und seiner literarischen Schönheit leichtmacht, sodass sie es am liebsten gleich noch einmal lesen möchte. Es ist ein Stück Zeitgeschichte in erschütternden, aber auch ermutigenden Bildern, zu denen die Schriftstellerin Monika Helfer schreibt: „So ein Leben. So kluge Bilder.“ Sehr empfehlenswert!
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
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Jaqueline Kornmüller
Galiani Berlin (2025)
223 Seiten
fest geb.