Die Winterkönigin
Sie war erst sechs Jahre alt und mit den Pflichten eines Herrschers vertraut durch ihren Vater, Valdemar IV von Dänemark. Da war es für sie selbstverständlich, mit dem norwegischen Thronfolger Hakon verlobt zu werden. Diese Romanbiografie spürt
den Empfindungen eines kleinen Mädchens nach, das zwar einen starken Willen hat, sich aber gleichzeitig den Vorgaben der Staatsraison beugt. Und so war sie zunächst Spielfigur auf dem Schachbrett der Herrscher, die durch Heirat ihre Machtansprüche auszuweiten versuchten. Doch schon bald wurde sie selbst zu derjenigen, die die Figuren in diesem Spiel bewegte. Alle ihre Handlungen stehen unter dem großen Vorhaben, für Wohlstand und Frieden in ihren drei Reichen zu sorgen. Da sie erfolgreich beim Erreichen ihrer politischen Ziele war, gehört sie zu den einflussreichsten Frauen der Weltgeschichte und ist doch bei uns kaum bekannt. Das Verdienst der Autorin ist, uns diese besondere Frauengestalt persönlich nahezubringen. Das Bemühen der Sprecherin um saubere Aussprache vermittelt oft einen kühlen, emotionslosen Eindruck, was vielleicht sogar dem Leben Margaretes entspricht, die immer wieder versucht, ihre Emotionen nicht die Regie über ihre Handlungen übernehmen zu lassen. Kann vor allem für Geschichtsinteressierte empfohlen werden.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Winterkönigin
Maria Helleberg. Gelesen von Claudia Drews
steinbach sprechende bücher [u.a.] (2016)
2 mp3-CD (ca. 840 Min.)
mp3-CD