Gutes Geld
Zunächst sieht Philippa Sigl-Glöckner, Expertin für Finanzpolitik, in ihrem Lagebild fehlendes Kapital für Kindergärten, Pflegeheime, Forschungszentren und klimafreundliche Produktionsanlagen. Warum staatliche Gelder nicht genügend dorthin fließen,
macht sie an der „Schuldenquote“ fest, wonach sich ein Staat nur bis zu 60 % des BIP verschulden und eine Bundesregierung maximal Kredite von 0,35% des BIP aufnehmen darf. Zitat: „Mathematische Formeln entscheiden plötzlich über politische Großfragen.“ Diesen Fakten stellte sie ihr Argument entgegen, dass Politik nach inhaltlichen Zielen ausgerichtet sein muss, also zum Beispiel Bildung, Beschäftigung, öffentlicher Verkehr wie Bahn. Wir sollen uns für „das Richtige verschulden.“ So sollte am Anfang eine Schuldenbremsenreform stehen, also ein Umbau zu einer „Schuldenregel.“ Sodann empfiehlt sie weitere Steuereinnahmen bei Erbschaft und Schenkungen, alles mit dem Ziel eines „menschlichen Kapitalismus“. Abbildungen und Schaubilder erläutern ihr Anliegen.
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Gutes Geld
Philippa Sigl-Glöckner
Quadriga (2024)
284 Seiten : Illustrationen, Diagramme
fest geb.