Gewohnheitstiere

Im Zentrum der Ausführungen des promovierten Molekularbiologen stehen das menschliche Verhalten und der Versuch verschiedener Industriezweige, dieses so zu beeinflussen, dass der Mensch mehr verbraucht und das Unternehmen damit mehr Gewinn macht. Gewohnheitstiere Er beginnt bei der Ernährung und stellt fest, dass es hierzulande zu viele Übergewichtige gibt. Diese versuchen zwar durch Diäten, ihr Gewicht im Griff zu halten, doch von der Industrie werden verarbeitete Produkte hergestellt, von denen man immer mehr essen will und eben auch soll, wie Chips oder Gummibärchen. Dabei ist erwiesen, dass sie zu viel Fett, Zucker und auch Salz enthalten. Ihren Reizen, den sog. Superstimuli, zu entkommen ist jedoch sehr schwer und bedarf eines starken Willens. Ähnlich ist es mit süchtig machenden Drogen, mit Computerspielen, TikTok-Feeds und Netflix-Serien, mit dem Streben nach Schönheit oder Macht. So vergeuden viele Menschen ihr Talent, weil Superstimuli alles andere überdecken. Sich diese Probleme bewusst zu machen, ist ein erster Schritt zu ihrer Beherrschung. Aber das wird angesichts der technischen Entwicklungen immer schwieriger. Das aufrüttelnde Werk kann allen Büchereien nachdrücklich empfohlen werden.

Michael Mücke

Michael Mücke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Gewohnheitstiere

Gewohnheitstiere

Nicklas Brendborg ; aus dem Dänischen von Justus Carl
Quadriga (2024)

318 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 754083
ISBN 978-3-86995-146-1
9783869951461
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ps
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