Königskinder

Sie sind jung verheiratet und sehr verliebt, doch der Krieg legt die halbe Welt zwischen sie. Irka, jüdische Polin aus vornehmer Warschauer Familie und Erich, Österreicher mit linker Gesinnung, sind vor den Nazis nach England emigriert und hoffen Königskinder auf eine bessere Zukunft. 1940 wird Erich interniert und unter erbärmlichsten Bedingungen nach Australien verschifft. Die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen schwindet zusehends. Während Erich sich an die Lebensumstände in einem Camp in der australischen Wüste gewöhnen muss, ist Irka in London den Bombenangriffen der Deutschen ausgesetzt. Doch ihre Liebe gibt ihnen Halt. - Erica Fischer legt diesem Roman um eine starke Ehe, die schlimmste Zeiten übersteht, die Geschichte ihrer eigenen Eltern zugrunde. Nüchtern und sachlich erzählt sie von den Umständen, die zur Trennung führen und das Leben jenseits aller Sicherheiten. Dazwischen legt sie Dialoge, die mitunter ein wenig gestelzt klingen, weil sie mit Informationen gespickt sind. Auch die zum Ende vermehrt zitierten Briefe der Eheleute ermüden ein wenig, kreisen sie doch um das ewig gleiche Thema der Sehnsucht. Die unschlüssige Haltung der Autorin, die zwischen Liebesgeschichte und historischer Aufarbeitung hin und her springt, geht zulasten der Spannung. Dennoch ein zeitgeschichtlich interessantes Buch, dem man eine etwas lebendigere Umsetzung gewünscht hätte!

Beate Mainka

Beate Mainka

rezensiert für den Borromäusverein.

Königskinder

Königskinder

Erica Fischer
Rowohlt (2012)

299 S. : Kt.
fest geb.

MedienNr.: 367354
ISBN 978-3-87134-741-2
9783871347412
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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