Der traurige Prinz

Die diesem Buch zugrundeliegende Begegnung ereignete sich 1983 in Vaduz. Der Schauspieler Oskar Werner hatte Michael Degen in einem seiner Stücke gesehen und lud ihn nach dessen Auftritt zu sich nach Hause ein. Dieses nächtliche Gespräch hat Degen Der traurige Prinz in einer Mischung aus Fiktion und Realität zu einem Buch verarbeitet. Dabei gelingt ihm ein einfühlsames Porträt des Österreichers Werner, der auf der Bühne als 'Prinz von Homburg' und 'Hamlet' brillierte. Aus dem nachgezeichneten Gespräch entwickeln sich Einblicke in das Leben Oskar Werners, der schon in jungen Jahren zum Burgtheater kam. Seinem Einsatz an der Ostfront gegen Kriegsende entzog er sich durch Flucht. Nach dem Krieg gelang dem Burgtheaterschauspieler eine beeindruckende Filmkarriere, in deren Verlauf er mit international anerkannten Regisseuren zusammenarbeitete, in Filmen wie "Jules und Jim" und "Der Spion, der aus der Kälte kam". Seine Alkoholsucht, die einem kaum zu erklärenden Drang zur Selbstzerstörung entsprang, machte dieser Karriere ein Ende. Oskar Werner starb nur knapp zwei Jahre nach der von Michael Degen geschilderten Begegnung mit 62 Jahren an einem Herzinfarkt.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Der traurige Prinz

Der traurige Prinz

Michael Degen
Rowohlt Berlin (2015)

250 S.
fest geb.

MedienNr.: 784660
ISBN 978-3-87134-768-9
9783871347689
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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