Der Chevalier des Touches
Jules Barbey d' Aurevillys (1808 - 1889) Roman "Der Chevalier des Touches" wurde von der Wissenschaft stiefmütterlich behandelt, von Kollegen jedoch hochgeschätzt. Heinrich Mann (sein Essay ist in dem Buch abgedruckt) lobte den Roman, der von "Ritterlichkeit,
Frauenverehrung und romantischem Christentum" erzählt, als "Meisterwerk". Die Handlung orientiert sich am Lebenslauf von Jacques Destouches de la Fresnay (1780-1858), der als Kurier zwischen normannischen Royalisten und emigrierten Adligen tätig war, 1798 verhaftet und zum Tode verurteilt wurde, befreit, später nach Kanada deportiert und, wieder in Frankreich, in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde. Die Erzählung lehnt sich mit burlesker Absicht an die Evangelien an, der Autor hat viele Szenen hinzuerfunden und die Lebenserzählung ausgeschmückt. Eine interessante historische Lektüre aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts, für größere Bestände. (Übers.: Caroline Vollmann u. Gernot Krämer)
Michael Braun
rezensiert für den Borromäusverein.
Der Chevalier des Touches
Jules Barbey d'Aurevilly
Matthes & Seitz (2014)
295 S. : Ill.
fest geb.