Ich träumte von Elefanten
Kroatien in den Jahren nach der osteuropäischen Wende von 1989/90. Die Regierung der noch jungen Republik ist durchdrungen von einem Filz aus Politik, Justiz, Militär und organisiertem Verbrechen. Andrija Sucic, der ehemalige Elitesoldat und Bodyguard
des kroatischen Präsidenten, wird vor seinem Haus in Zagreb erschossen. Aber der Mord interessiert niemanden außer seinen Sohn Bosko Krstanovic, der im nationalen Sicherheitsdienst arbeitet und beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen ihn tief in das Dickicht aus Krieg, Korruption und Kriminalität, aus dem sich der neue Staat noch nicht befreien konnte. - Ivica Djikic, heute in Zagreb und Rijeka als Politik-Redakteur lebender Journalist, durchleuchtet in seinem Roman scharfsinnig das Dickicht aus Krieg und Kriminalität, aus dem sich der neue Staat Kroatien entwickelt hat. Der Autor erzählt aus verschiedenen Erzählperspektiven und in mehreren Zeitebenen drastisch und durchaus auch spannend vom Übergang vom Sozialismus zur Demokratie in der jungen Republik und verschafft dabei tiefe Einblicke hinter die Kulissen des seit 1991 unabhängigen Balkanstaates sowie auch auf die Vergangenheit des Landes, in der der jugoslawische Geheimdienst Informanten in die Gastarbeiter- und Dissidentenszene in Frankfurt einschleuste. Ein komplexes, raffiniert konstruiertes literarisches Werk, geeignet für zeitgeschichtlich interessierte Leser. (Übers.: Patrik Alac)
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich träumte von Elefanten
Ivica Djikic
Kunstmann (2013)
236 S.
fest geb.