Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst
1968 schrieb die 'Sunday Times' zwei Preise für ein Einhandsegler-Rennen um die Welt aus. Neben berühmten Seglern trat auch der englische Kleinunternehmer Donald Crowhurst zu diesem Wettbewerb an. Crowhurst, den Freunde und Bekannte als unausgereiftes
Genie beschreiben, startete allerdings schlecht vorbereitet, wodurch er sich schließlich gezwungen sah, während seiner Reise falsche Angaben zu machen und eine Weltumseglung nur vorzutäuschen. Sein Scheitern vor Augen, brach Crowhurst in der Einsamkeit auf seinem Boot psychisch zusammen. Gezeichnet von Wahnvorstellungen beging er vermutlich Selbstmord, wenige Tage, bevor sein verlassenes Boot aufgebracht wurde. Hall und Tomalin liefern mit ihrem Buch, das 1970 zum ersten Mal erschienen ist, einen spannenden Bericht über diese Ereignisse, wobei sie gleichzeitig ein beeindruckendes Psychogramm Crowhursts entwerfen. Die Autoren stützen sich bei ihren Schilderungen auf Aussagen seines persönlichen Umfeldes, aber auch auf Briefe und Skizzen Crowhursts. Vor allem die drei aufgefundenen Logbücher, in denen er seinen Betrug indirekt offenbart, sind eine wertvolle Informationsquelle. - Eine spannende Geschichte, die sicherlich ihre Leser finden wird. Ab mittleren Beständen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die sonderbare letzte Reise des Donald Crowhurst
Ron Hall ; Nicholas Tomalin
Malik (2016)
395 S. : Ill., Kt.
fest geb.