Untervörde
Eher zufällig entdeckt Klara, eine junge Schauspielerin aus Berlin, dass ihre Mutter ermordet worden ist und nicht bei einem Autounfall ums Leben kam, wie sie 15 Jahre lang glaubte. Auf der Suche nach der Wahrheit wirbelt Klara in ihrem kleinen Heimatdorf
an der Weser längst vergessene Erinnerungen wieder auf, bis plötzlich ein Mord geschieht. Das Opfer ist der Mörder ihrer Mutter. Für die Ermittler kein einfacher Fall, denn in dem verschwiegenen Dorf kämen wohl Viele als Täter in Frage. - Der neueste Kriminalroman von Christiane Höhmann liest sich wie ein entspannter Urlaubskrimi. Nur am Rande wird es thematisch etwas ernster, wenn es beispielsweise um die Bestrafung von Gewalttätern in Deutschland geht. Hier denkt Klara kurz über die amerikanische Einstufung von Sexualverbrechen als "Hate Crime" (in den USA strafrechtlich die höchste Form von Verbrechen) nach. Dies bleibt jedoch die Ausnahme. Ansonsten zeichnet sich der Krimi durch starken Regionalbezug und einem unaufgeregten Schreibstil aus. Leider sind die Charaktere etwas eindimensional und Handlung kaum überraschend. Klara denkt und handelt zum Teil äußerst naiv und die Kommissare sind eher langsam. So befragen die beiden in einer Szene einen Campingplatzbesitzer nach einer verdächtigen Frau, deren Anmeldebogen er verlegt hat. Anstatt nun aber zu fragen ob er sich wenigstens an ihren Namen erinnern könnte, fahren die beiden einfach weiter. Leichte Kost für den Urlaub!
Sebastian Heuft
rezensiert für den Borromäusverein.
Untervörde
Christiane Höhmann
Grafit (2014)
Grafit ; 449
192 S.
kt.