Die weite Sargassosee

1966 veröffentlichte die britische Autorin Jean Rhys ihr Buch, das sozusagen die Vorgeschichte zu Charlotte Brontës Klassiker "Jane Eyre" ist und das Leben von Mr Rochesters erster Frau schildert, die bei Brontë Bertha, hier aber Antoinette Cosway Die weite Sargassosee heißt. Der Roman spielt in der ersten Hälfte des 19. Jh. auf Jamaica, wo Antoinette als weiße Kreolin in schwierigen Verhältnissen aufwächst. Das Leben des Mädchens findet zwischen der weißen Kolonialgesellschaft, zu der sie keinen rechten Zugang hat, und jener der schwarzen Dienstboten statt. Ihr späteres Schicksal im Roman Brontës spiegelt sich in dem ihrer Mutter, die als verrückt gilt und schließlich von der Familie getrennt wird. Antoinette heiratet einen jungen Engländer, eben jenen Mr Rochester aus "Jane Eyre", ist in der Beziehung unglücklich und wird schließlich gezwungen, mit ihrem Ehemann nach England zu gehen. Die letzten Szenen des Romans spielen in Thornfield Hall, dem Wohnsitz Rochesters, und lassen schon ihr Ende bei dem Brand erahnen. Mit "Die weite Sargassosee" hat Jean Rhys der verrückten Mrs Rochester, die in Charlotte Brontës berühmtem Roman die Bedrohung von Janes Glück darstellt, eine eigene Stimme verliehen. Das wird nicht nur die Freunde von "Jane Eyre" interessieren. (Übers.: Brigitte Walitzek)

Julia Heß

Julia Heß

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die weite Sargassosee

Die weite Sargassosee

Jean Rhys
Schöffling (2015)

229 S.
fest geb.

MedienNr.: 799438
ISBN 978-3-89561-362-3
9783895613623
ca. 21,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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