Mir ist so heiß!
Der kleine Pinguin scheint sich verlaufen zu haben. Schwitzend steht er mitten im heißen Sand und sucht verzweifelt ein schattiges Plätzchen. Doch der kühlere Ort, den er nach langem Suchen findet, bietet keine dauerhafte Lösung. Er hat sich nämlich
in den Schatten einer Robbe geflüchtet, die ebenso verzweifelt wie er nach Abkühlung sucht. Geteiltes Leid ist halbes Leid - nach diesem Motto machen sich die beiden nun gemeinsam auf die Suche nach Schatten. Der Marsch durch den heißen Sand ist für alle beschwerlich, auch für das Nilpferd und den Elefanten, die sich der Tiergruppe nach und nach anschließen. Irgendwo muss es doch ein kühles Plätzchen geben, denken sie verzweifelt. Dann hören sie von weitem ein leises Plätschern. Endlich haben sie ihr Ziel erreicht und stehen voller Begeisterung am tiefblauen Meer. Natürlich gibt es jetzt kein Halten mehr. Alle stürzen sich voller Wonne mit einem Riesenplatsch in die kühlenden Fluten und genießen aus vollem Herzen die ersehnte Erfrischung. - Mit wenigen kurzen Sätzen und einprägsamen Wiederholungen schildert der japanische Bilderbuchkünstler Mako Taruishi die Wirkung der heißen Sonne und die Wonnen des kühlenden Meeres so plastisch, dass sich jeder sofort in die Stimmungslage der vier Wüstenwanderer hineinversetzen kann, die von ihrer Natur her alle so gar nicht in diese heiße Umgebung gehören. Die farbstarken und sehr klaren Illustrationen mit ihrem prägnanten Kontrast zwischen knallig gelbem Sand und einladend leuchtend blauem Meer vermitteln den gleichen Eindruck und lassen den Betrachter dieses kleinen feinen Pappbilderbuchs intuitiv mitleiden und mitgenießen, wenn er die liebenswerten Tiere auf ihrem schweißtreibenden Weg begleitet. Sehr zu empfehlen.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Mir ist so heiß!
Mako Taruishi
Moritz (2011)
[14] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 2