Das Tier und wir
Der Untertitel "Einblicke in eine komplexe Freundschaft" beschreibt den Anspruch der Autorin, die Beziehung zwischen Menschen und ihren Haustieren aus den verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten. Über Geschichte und Veränderungen im Verhältnis
von Mensch und (Haus-)Tier berichtet die studierte Veterinärmedizinerin und Wissenschaftsjournalistin, über Trends in der Haustierhaltung; welche Tierarten werden bevorzugt gehalten und warum? Alte und neue Sichtweisen zu der Frage "wer hält sich (ein) Haustier(e)" werden ebenso beleuchtet wie die wechselnde(n) Rolle(n) bzw. Aufgabe(n), die Haustiere innehaben (Statussymbol, "Kind-Ersatz", Sozialpartner für kranke, arme und alte Menschen, Opfer von überforderten Tierschützern oder Zeuge für das Gutmenschentum der Halter von geretteten "Südlandhunden" u.v.m.) Forschungsergebnisse zu verschiedenen Fragestellungen zeigen neue interessante Aspekte auf und hinterfragen bislang gültige Klischees in der Mensch-Haustier-Beziehung. Aber auch die Interpretation von Untersuchungsergebnissen zu Auswirkungen der Haustierhaltung auf den Menschen werden kritisch hinterfragt; so z.B. galt lange Zeit ein Hund förderlich für die Sozialkompetenz von Kindern, neue Ansätze lassen vermuten, dass eher bereits sozialkompetente Kinder Hunde gern und gut betreuen. Pferdeflüsterer und Hundetrainer kommen zu Wort, Verhaltensforscher, Veterinäre, Zoofachhändler und Tierheimleiter. Katzencafés, Luxustierboutiquen einerseits, Tiertafeln und Pferdeklappe andererseits; diese und eine breite Palette weiterer Themen werden dem Leser verständlich und gut lesbar vorgestellt. - Ein überall gut einsetzbares Buch.
Elisabeth Bachthaler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Tier und wir
Christina Hucklenbroich
Blessing (2014)
367 S.
fest geb.