Morgen in Iran

Seit der Machtübernahme der Mullahs im Jahr 1979 scheint der Iran aus westlicher Perspektive in einer Art Mittelalter zu verharren. Dass dies nicht stimmt, zeigt der deutsch-iranische Politikberater Tabatabai in seinem Buch anhand vieler Beispiele. Morgen in Iran Ausführlich schildert er, wie sich die Position der herrschenden Geistlichen gegenüber modernen Tendenzen geändert hat, welche Rolle das Militär einnimmt, und welche Erwartungen an die Wirtschaft geknüpft werden, sollten die Sanktionen fallen. Er zeigt den Iran als ein Land in Wartestellung, das bereit ist, loszulegen, sobald die internationale Gemeinschaft es lässt. Das Problem der Zensur und fehlende Meinungsfreiheit werden genauso thematisiert wie die Rolle der Frau. Tabatabai traut dem neuen Iran viel zu, ist sich jedoch bewusst, dass er niemals ein Land nach westlichem Vorbild werden wird, sondern seinen eigenen Weg sucht, Tradition und Moderne zu verbinden. Informativ, aber nicht unbedingt aus dem direkten Leben gegriffen. Bei Bedarf einsetzbar.

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Morgen in Iran

Morgen in Iran

Adnan Tabatabai
Ed. Körber-Stiftung (2016)

299 S.
kt.

MedienNr.: 586901
ISBN 978-3-89684-179-7
9783896841797
ca. 17,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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