Ein Fall für Sebastian Bergman - Die Frauen, die er kannte
Henning Mankell verdanken wir das Genre des 'Schweden-Krimis'. Die endlose Reihe von Verfilmungen dieser Art im öffentlich-rechtlichen Fernsehen beschleunigte die Popularität dieser Geschichten. Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt legen mit ihrem
neuen Krimi "Die Frauen, die er kannte" bereits ihren zweite Roman diesen Typs vor mit dem abstoßend anziehenden Kriminalpsychologen Sebastian Bergman als Protagonist vor. Eine Serie von Morden mit unglaublicher Brutalität und sexueller Komponente an Frauen ereignet sich in Stockholm. Die Zeit zwischen den Taten wird immer kürzer. Fahnder Torkel Höglund und seine Kollegen stehen unter enormem Druck. Alles deutet auf deb Psychopathen Edward Hinde als Täter hin, sozusagen dem schwedischen Hannibal Lecter. Problem: Dieser sitzt seit 14. Jahren in einem Hochsicherheitstrakt, (scheinbar) fernab der Welt. Höglund kommt nicht umhin, Sebastian Bergman in die Ermittlungen einzubinden. Bergman hat Hinde vor 14. Jahren schon eimal zur Strecke und hinter Gitter gebracht. Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass Hinde über seinen Laptop per Internet Kontakt zur Außenwelt besitzt. Ist das des Rätsels Lösung? Die Geschichte ist spannend, jedoch zu oft zu kleinteilig und langatmig erzählt. Die Autoren berauben sich im Rückgriff auf bekannte Krimi-Muster, etwa des Hannibal-Lecter-Stoffes, unnötig eigener Originalität. Fade und öde ist ebenso die sich nie ganz aufklärende Libido-Orientheit vieler Protagonisten, etwa Sebastian Bergmans. Eine spannende Geschichte mit einem allzu durchsichtigen und langatmigen Spannungsbogen.
Karsten Steil-Wilke
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Fall für Sebastian Bergman - Die Frauen, die er kannte
Hjorth & Rosenfeldt. Sprecher: Douglas Welbat
Audiobuch (2012)
Ein Fall für Sebastian Bergman ; [2]
6 CD (ca. 441 Min.)
CD