Kokoschka und Alma Mahler

In vier Kapiteln setzt Vento die leidenschaftliche, glücklose Beziehung Kokoschkas mit Alma Mahler gekonnt in Szene. Das enfant terrible der Wiener Kunstszene um 1912 ist der ebenfalls unkonventionellen Witwe Gustav Mahlers sofort verfallen, bannt Kokoschka und Alma Mahler sie unzählige Male auf Leinwand, will sie ganz besitzen, stößt sie durch seine grenzenlose Eifersucht jedoch immer mehr ab. Almas Schwangerschaftsabbruch stürzt ihn in Verzweiflung. Doch bleibt ihr Einfluss auf ihn ungebrochen, ja, sie treibt ihn sogar zum "freiwilligen" Beitritt in die Armee während des Serbienkriegs. Erst nach Almas Hochzeit mit Gropius gelingt es ihm, sich ganz von ihr und ihrem Abbild, einer lebensgroßen Puppe, zu lösen. Kokoschkas expressiver Stil, der seine eigene Sicht der Dinge, eine eigene Realität, darstellt, die nicht dem Vordergründigen und der Schönheit huldigt, sondern das Verborgene der Porträtierten herausarbeitet, steht in deutlichem Gegensatz zu Ventos einfacher, mit klaren Linien geführten Illustrierung. Ein eindrucksvolles Zeitzeugnis der Wiener Gesellschaft, der Kunst- und Wissenschaftsszene, eine Auseinandersetzung mit der Bourgeoisie und dem Werk eines Ausnahmekünstlers. Für größere Kunstbestände sehr gut einsetzbar.

Margit Düing Bommes

Margit Düing Bommes

rezensiert für den Borromäusverein.

Kokoschka und Alma Mahler

Kokoschka und Alma Mahler

Max Vento ; aus dem Spanischen von Katharina Kral
BAHOE BOOKS (2025)

155 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 624311
ISBN 978-3-903478-55-8
9783903478558
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku, Mu
Diesen Titel bei der ekz kaufen.