Ein höheres Ziel
Amir macht mit drei Freunden einen Abstecher nach Frankreich, wo einer der drei, Fredrik, seinen Junggesellenabschied feiern möchte. Als es in einer Bar zu einem vermeintlichen Anschlag kommt, gerät Amir in Verdacht, ein Mitglied des Terrorkommandos
zu sein. Untersuchungsrichter Philippe Duvernoy sorgt dafür, dass Amir monatelang ohne Prozess im Pariser Gefängnis Fleury-Mérogis einsitzt. Teilweise muss er diese Zeit in Isolationshaft verbringen. Amir wird lange Zeit nicht erlaubt, persönlichen Kontakt zu seiner Verlobten und seinen Kindern aufzunehmen. Unterstützt wird er im Kampf um seine Freiheit von Esther Edh, der schwedischen Vertreterin bei Eurojust. Erst als die Spuren des Verbrechens in mafiöse Kreise führen, lässt die Justiz von Amir ab. – Die Autorin, die jahrelang als Juristin in der Staatsanwaltschaft in Stockholm beschäftigt war, beleuchtet das Rechtssystem in Frankreich und die Probleme der Zusammenarbeit innerhalb Europas. Eindrucksvoll schildert sie die psychologischen und sozialen Auswirkungen, die Menschen zu erleiden haben, wenn sie in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden geraten. Das Buch besticht durch realistische Charaktere und detailliertes Fachwissen. Lesenswert.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein höheres Ziel
Malin Thunberg Schunke ; aus dem Schwedischen von Stefanie Werner
Polar Verlag (2025)
372 Seiten
fest geb.