Absturz
Der Geschäftsmann René Clausen wird festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Man wirft ihm einen Verstoß gegen das Außenhandelswirtschaftsgesetz vor. In seiner Zelle denkt Clausen über die vergangenen Jahre nach, vor allem über seine Rolle
bei der Lieferung von umstrittenen technischen Anlagen nach Libyen. Zunächst hatte er seinem Verbindungsmann Babkin Topalian vertraut, doch bald wurde Clausen klar, dass die Sache brisanter war, als Babkin es zugeben wollte. - Der Plot beruht auf tatsächlichen Ereignissen, in die der Autor verstrickt war, was ihm in den neunziger Jahren eine vierjährige Freiheitsstrafe eingebracht hat. Crusius ist ein nüchtern geschriebener authentischer Polit-Thriller gelungen, der die Ereignisse an manchen Stellen geradezu reportagenhaft wiedergibt. Hinzu kommen glaubwürdige Figuren. Inwieweit der Plot die Vorgänge korrekt schildert, bleibt zwar offen, der Roman erlaubt trotzdem interessante Einblicke in die Welt der Spionage und der internationalen Wirtschaftskriminalität.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Absturz
Detlev Crusius
Dittrich (2010)
352 S.
fest geb.