Diogenes
"Diogenes" ist eines dieser Bücher, das in den Feuilletons hoch gelobt wird, Buch des Monats April 2011 der deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur wurde, dessen Brillanz sich der Rezensentin aber leider nicht erschließt. Ist sie nun
verständnislos oder künstlerisch ungebildet? Mitnichten, wagt sie zu behaupten, denn sie ist eine Praxisfrau, steht häufig in der Ausleihe einer kleinen KÖB und ahnt, dass dieses Buch kaum Liebhaber finden wird. Warum? Einseitige Collagen in erdigen Farben mit wenigen Bildelementen begleiten kurze Texte, in denen der Junge Diogenes von der Sammelleidenschaft seiner Familie erzählt, die seltsame Blüten treibt. Seine Großeltern brachten solange Pfützen mit nach Hause, bis vor dem Haus ein See entstand, Diogenes' Vorliebe für die Schatzsuche am Strand führte zu einer Wanderdüne, die im Haus umherzieht und der Onkel, von Beruf Postbote, frönt seiner Schwäche für Liebesbriefe und stellt diese erst gar nicht zu. Die Absurdität dieser Verschrobenheiten entlockt dem erwachsenen Leser durchaus ein Schmunzeln, erschließt sich Kindern aber nicht wirklich. Daher eignet sich dieser Titel wirklich nur für Bestände, die Leser mit einer Vorliebe für sehr ausgefallene Sachen haben!
Beate Mainka
rezensiert für den Borromäusverein.
Diogenes
Pablo Albo. Mit Ill. von Pablo Auladell
mixtvision (2011)
43 S. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8