Flaschenpost nach irgendwo
Das farbenfrohe Sach-Bilderbuch ist in drei Teile aufgeteilt. Im ersten Kapitel geht es um Marks Alltag in der Familie, bis sich die Mutter entschließt, den alkoholkranken Vater vor die Tür zu setzen. Mark ist hin und her gerissen, schließlich hat
er einen tollen Papa, der beim Schulfest hervorragend Sackhüpfen kann. Aber oft hängt derselbe Papa auch nur mit einer Bierflasche in der Hand auf dem Sofa herum und ist zu nichts zu gebrauchen. Dann verteidigt er wieder seinen Sohn vor einem Lehrer, der Mark wegen seiner Rempeleien rügt. Das Leben ist wie Achterbahnfahren: es geht übel rauf und runter. Die Eltern schreien und streiten, die Kinder versuchen ihr Bestes und fühlen sich dennoch schuldig. Erst als der Vater ausgezogen ist, wird es für sie wieder erträglich. - Der zweite Teil ist ein Ratgeber für Kinder, in dem sie lesen können, was Sucht bedeutet, dass sie ihren eigenen Gefühlen trauen können, wie sie Hilfe bekommen, was im Notfall zu tun ist, und wie wichtig es ist, mit jemandem über alles sprechen zu können. Auch Mama und Papa kommen zu Wort, und versuchen, die Situation aus ihrer Sicht darzustellen. Es wird dargestellt, wo Hilfe angeboten wird, welche Unterstützungseinrichtungen existieren, welche Funktionen das Jugendamt wahrnehmen soll, und warum eine Kindergruppe für betroffene Kinder so toll sein kann. Der dritte Teil wendet sich an Angehörige der Kinder, gibt genauere Informationen über Sucht und die Auswirkungen auf Kinder, erklärt, welche Verhaltensmuster bei ihnen auftreten können und wie ihnen geholfen werden kann. Webadressen und Literaturangaben schließen den gelungenen Ratgeber ab. Ein Buch, das vielen Hoffnung geben und deshalb breit empfohlen werden kann!
Lili Aignesberger
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Flaschenpost nach irgendwo
Schirin Homeier ; Andreas Schrappe
Mabuse-Verl. (2009)
141 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9