Barroco tropical
Agualusas Buch spielt in der Zukunft, im Jahr 2020. Fiktion und Realität finden Eingang in dieses durchaus gegenwartsbezogene Buch. Die aktuelle Lage in Libyen scheint Pate zu stehen für die feudale und korrupte Haltung der herrschenden Schicht im
zukünftigen Angola. "Dem Schriftsteller Bartolomeu Falcato fällt eine Frau buchstäblich vor die Füße ... aus einem Unwetter heraus". Doch warum die angebliche Exgeliebte der Präsidentin unfreiwillig stürzte, erfährt der Leser erst nach einem vielfarbigen Kaleidoskop aus Figuren, deren Lebensgeschichten und ihren Verflechtungen untereinander. Der Autor verwendet in dieser überbordenden Geschichte eine wundervolle Sprache, die durch starke Personenbeschreibungen und einprägsame Szenen am Ende doch zur Aufklärung des seltsamen Vorfalles am Anfang des Buches führt. Anspruchsvolleren Leser/innen empfohlen. (Übers.: Michael Kegler)
Daisy Liebau
rezensiert für den Borromäusverein.
Barroco tropical
José Eduardo Agualusa
A1-Verl. (2011)
331 S.
fest geb.