Israel und Palästina
Stéphane Hessel, Ex-KZ-Häftling, Jude und internationaler Beamter, und Elias Sanbar, palästinensischer Aktivist, Flüchtling und ebenfalls deren UNO-Repräsentant. Beide tragen das Schicksal und die Zerrissenheit ihrer jeweiligen Glaubensgemeinschaft
und Landsmannschaft in ihrer Biographie mit sich. Das Buch wird in der Interview-Form präsentiert. Am Ende gibt es eine Übersicht mit den wichtigsten historischen Meilensteinen des Konflikts bzw. des Friedensprozesses. Dieses Schicksal und die Zerrissenheit sind sozusagen in ihnen Fleisch geworden. Im Völkerrecht und im historischen Recht sehen sie mögliche Medien der Annäherung und Verständigung. Ist die Lösung die Bildung eines binationalen Staates? Beide erklären sich und ihre Positionen in Vergangenheit und Gegenwart noch einmal. Hessel setzt sich seit geraumer Zeit für das Recht des palästinensischen Volkes ein. Beider Appell ist nicht zu überhören und eindeutig: "Israelis und Palästinenser müssen ihren Konflikt aus der Sphäre des Heiligen, der Religion, herausführen und ihre Probleme in der Sprache profaner Politik formulieren" (S. 7). So wäre ihrer Meinung nach gegenseitige Versöhnung auf breiter Ebene möglich.
Karsten Steil-Wilke
rezensiert für den Borromäusverein.
Israel und Palästina
Stéphane Hessel und Elias Sanbar. Mit Farouk Mardam-Bey
Verl.-Haus Jacoby & Stuart (2012)
159 S.
kt.