Ich war Eva Diamant
Eva Diamant wächst in einer bürgerlich-jüdischen Familie in der Nähe von Budapest auf. Sie verlebt eine glückliche Kindheit inmitten von Freunden, Tieren und Aprikosenbäumen. Infolge der antijüdischen Rassengesetze verliert der Vater sein Bekleidungsgeschäft
und kommt ins Arbeitslager. Nach der deutschen Besetzung 1944 dürfen Juden nicht mehr zur Schule gehen und müssen den gelben Stern tragen. Eva flieht mit ihrer Tante in die Slowakei und wird dort mit 12 Jahren in einem Viehwaggon ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Der Rat einer Aufseherin, sich älter zu machen, rettet ihr das Leben, denn so muss sie arbeiten und entgeht dem Tod. Die Entmenschlichung der Juden durch die Nazis wird nicht nur in den Schilderungen Szepesis, sondern auch in den eindrücklichen Bildern von Stephanie Lunkewitz, die das Kahlrasieren der Juden, ihre tätowierten Nummern, die Kälte und Enge zeigen, deutlich. Die Rote Armee befreit das Lager schließlich, doch ihre Eltern und ihren Bruder sieht Eva nie wieder. Bis heute geht sie in Schulklassen und erzählt ihre Geschichte. Die Aprikosen zieren das Vorsatzpapier; wichtige Sätze sind in Eva Szepesis Handschrift geschrieben und sie schenkt der Leserschaft das Challot-Rezept ihrer Großmutter für den Schabbat; das Glossar erklärt wichtige Begriffe. – Ein ergreifendes und wichtiges Vermächtnis einer Zeitzeugin der Shoah, die bittet: "Vergesst meine Geschichte nicht, denn jetzt seid ihr Zeugen einer Zeitzeugin." Allen Büchereien und Schulen sehr ans Herz gelegt.
Melanie Schubert
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich war Eva Diamant
Eva Szepesi, Stephanie Lunkewitz ; Illustrationen, Buchkonzept: Stephanie Lunkewitz
Ariella Verlag (2025)
[unpaginiert] : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12