Es lebe die Republik!

"Wie Thomas Mann zum gewichtigen Fürsprecher der Demokratie wurde und was wir heute von ihm lernen können", so der Untertitel und die Zielsetzung des Textes. Thomas Mann, Patriziersohn aus Lübeck, ist in jungen Jahren überzeugter Monarchist. 1918 Es lebe die Republik! veröffentlicht er die "Betrachtungen eines Unpolitischen", seine Aufarbeitung der Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg. Darin sieht er das Unpolitischsein als ein Bürgerrecht, das vor allem von Künstlern wahrgenommen werden sollte. Mitte der 1920er-Jahre wird Mann zum gefragten Redner und "politischen Erwachsenenbildner" (S. 50). Sein Engagement für die Demokratie und klare Positionierung gegen den Nationalsozialismus zeigt sich 1930 in seiner wohl berühmtesten Rede "Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft". Im Exil in den USA wird Thomas Mann als Publizist und laut Eigenaussage "Wanderredner der Demokratie" zum wichtigsten Repräsentanten deutschen Geistes und zur mahnenden Stimme gegen den Faschismus. Indem Kurt Oesterle zeigt, wie aktuell Thomas Manns Schriften heute noch sind, warnt er vor den Gefahren unserer krisengeschüttelten Zeit. Für eine literarisch und politisch interessierte Leserschaft ab mittleren Beständen sehr gern empfohlen.

Gertrud Plennert

Gertrud Plennert

rezensiert für den Borromäusverein.

Es lebe die Republik!

Es lebe die Republik!

Kurt Oesterle
Gans Verlag (2025)

Essay ; Band 8
120 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 622144
ISBN 978-3-946392-59-0
9783946392590
ca. 12,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
Diesen Titel bei der ekz kaufen.