Schwellenangst
Sterben, Tod und Trauer sind noch immer tabuisierte Themen. „Der Tod ist und bleibt beunruhigend“, sagen die Autorinnen, „aber die Beschäftigung damit sorgt für Orientierung.“ Sie nehmen sich sachlich und ausführlich der Themen an: Was passiert
mit dem Körper, der stirbt? Wie steht es um Autonomie und Verantwortung am Ende des Lebens? Sie nehmen Hospizarbeit und Palliativmedizin, Sterbebegleitung und Sterbehilfe in den Blick. Es geht um das schwierige Thema Suizid, um Bestattungsmöglichkeiten, Erbe und Vermächtnis, um Trauer, Abschiedsrituale und Seelenvorstellungen. Die informativen Texte werden durch kurze persönliche Berichte ergänzt. Zu jedem Kapitel gibt es Erläuterungen zu Begrifflichkeiten, Vorstellungen in verschiedenen Kulturen oder Hilfen in der Not. Das Buch spricht über Emotionen, Trauer und Gefühle, ohne eine zu große Nähe herzustellen, die zusätzlich belasten könnte. Wer sich rund um das Thema Sterben, Tod und Trauer informieren will, ist hier gut beraten. Die ungewöhnliche Gestaltung und die Illustrationen, machen das Buch zu etwas Besonderem, das dazu beitragen kann, ein schwieriges Thema in die Mitte unseres Lebens zu holen und zu enttabuisieren. Empfehlenswert.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Schwellenangst
Luisa Stömer & Eva Wünsch
Verlag Antje Kunstmann (2024)
259 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.