Berichte aus Japan - [Moga, Mobo, Monster]
In diesem Band stellt der italienische Comickünstler Igort seine Eindrücke vor, die dieser auf seinen Besuchen in Japan abseits der dominierenden Manga- und Animé-Szene von der dortigen nonkonformistischen graphischen und visuellen Kultur und Literatur
des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts gewonnen hat. Ein ganzer, in der japanischen Kultur eher am Rande liegender und in Westeuropa wohl nur wenigen Insidern bekannter Kosmos von Autoren, literarischen und filmischen Genres und Kulturströmungen wird so der Leserschaft in Text und Bild nahegebracht. Im Spannungsfeld zwischen der Fortführung einer teils Jahrhunderte alten Zeichentradition und einer raschen Öffnung des Landes gegenüber westlichen Einflüssen visualisierten diese Künstler abstruse Kriminalfälle, körperliche Gewaltszenen etwa der Samuraikrieger, erotische und sadomasochistische Themen, und rückten immer auch an den Grenzen des durch die Zensur Erlaubten Sexualität und Körperlichkeit in den Mittelpunkt ihrer Erzählungen. - Für eine KÖB ist dieser Bericht anders als die beiden Vorgängertitel nur wenig geeignet. Inhaltlich setzt er ein vertieftes Interesse an der zeitgenössischen japanischen Alltagskultur voraus und die Darstellungen, besonders auch einzelne Abbildungen erfordern einen souveränen und distanzierten Umgang mit dem Dargebotenen.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Berichte aus Japan - [Moga, Mobo, Monster]
Igort ; aus dem Italienischen von Lukas Elstermann und [einer weiteren]
Reprodukt (2021)
Berichte aus Japan ; [3]
167 Seiten : farbig
kt.