Im Morgengrauen
Seit ein paar Wochen halten Videos einer jungen Frau die Medien auf Trab, schließlich gibt sie darin skandalöse Details ihrer Affäre mit Bundeskanzler Henrik Westphal preis. Die Clips sorgen für Aufregung in der Medienwelt; ob sie wahr sind, ist
nebensächlich. Dann verschwindet Kanzler Westphal spurlos und wird nach einigen Tagen ermordet aufgefunden. Die polizeilichen Ermittlungen stehen voll im Licht der Öffentlichkeit. In der Zwischenzeit haben die Polizisten Art Mayer und Nele Tschaikowski ihre Nachforschungen zum Fund einer entstellten Frauenleiche in einem U-Bahn-Tunnel aufgenommen und stehen plötzlich vor der Frage, ob die Tote die Frau aus den erwähnten Videos ist. Jetzt muss das Duo auch den Bürochef des Bundeskanzleramtes befragen, der seinerseits noch eine Rechnung mit Mayer offen hat. Das vierte Stück aus der „Art Mayer -Reihe“ wird in zwei Perspektiven und auf mehreren Zeitebenen erzählt. Sehr spannend und geschickt verbinden sich die beiden Stränge und führen langsam zur Lösung des Falles. Wie im Roman „Der Morgen“ (BP/mp 23/844) spielen Themen wie „Fake News“, gezielte Desinformationen, Verbindungen aus der Vergangenheit und Verstrickungen bis in höchste Führungsetagen eine große Rolle. Peter Lontzek gibt dem Kommissar eine angenehme und ruhige Stimme, während Pia-Rhona Saxe die junge Frau Kessy sehr überzeugend spricht. Für Einsteiger ist das Hörbuch etwas schwieriger, da die persönlichen Beziehungen aller Beteiligten untereinander eine wichtige Rolle im Stück spielen. Es wäre gut, wenn auch die Vorgängerbände (zuletzt: Die Nacht – BP/mp 25/xxx) im Programm der Büchereien vorhanden sind. Ansonsten ist der spannende Roman für Krimifans sehr zu empfehlen.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Morgengrauen
Marc Raabe ; Lesung von Peter Lontzek und [einer weiteren]
Hörbuch Hamburg (2026)
2 mp3-CDs (circa 765 min)
mp3-CD