Die Dämmerung
Es ist ein Bild des Grauens: Seltsam mit einem Geweih dekoriert, wird eine weibliche Leiche im Wald außerhalb Berlins gefunden. Es ist die bekannte Wohltäterin und Charitylady Charlotte Tempel, Witwe eines Rüstungsunternehmers und aktuell für den
Medienpreis „Hirsch“ nominiert. Für die Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski gerät die 21-jährige Tochter Leo, eine militante Umweltaktivistin, in den Fokus. Offen bleibt das Motiv. Wenig später findet sich eine zweite Leiche, diesmal ist die Ermordete die Journalistin Wenke de Fries – auch sie Nominierte für den „Hirsch“. In welcher Beziehung stehen die beiden Verbrechen, was verbindet Tempel und de Fries? Ist dies der Beginn einer Mordserie rund um die Hirsch-Preisverleihung? Artur „Art“ Mayer hat bereits in „Der Morgen“ (BP/mp 23/844) bewiesen, dass er Verbindungen bis ganz nach oben in die Bundespolitik hat, sein Jugendfreund Henrik Westphal ist Kanzler und Westphals Frau Juli Arts Geliebte. Auch diesmal ist der spannende Fall (und letztlich auch die Lösung) wieder mit Arts eigener Geschichte sowie der gemeinsamen Jugend mit Henrik und Juli verbunden und zeigt die Abgründe deutscher Familien. Wieder liest Peter Lontzek den Roman souverän. Luisa Wietzorek gibt einer unbekannten Frau die Stimme, auf einer Kassette hat sie eine Nachricht an ihr Kind hinterlassen. Und diese Kassette findet sich im Haus der Tempels. Sehr solide Thrillerkost aus der Bundeshauptstadt.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Dämmerung
Marc Raabe ; gelesen von Peter Lontzek und [einer weiteren]
Hörbuch Hamburg (2024)
2 mp3-CDs (circa 749 min)
mp3-CD