Tote spionieren nicht
Ohne Frage, May und ihre Freunde Eric und Nuala führen kein normales Leben – zumindest nicht nach außen hin. Alle drei sind Kinder – und normale Kinder bekommen keinen Brief ins Internat geschickt, in dem sie verschlüsselt aufgefordert werden,
in einer wichtigen Angelegenheit das Spionageministerium in London zu unterstützen. Und das ist nicht der erste Fall, in dem sie ermitteln (vgl. BP/mp 24/80). Die drei haben bereits einmal bewiesen, dass Kinder nicht zu unterschätzen sind. Nun sollen sie ihre Ausbildung vertiefen und gleichzeitig bei der Entschlüsselung von Nachrichten helfen. Eigentlich eine ruhige Sache, doch ihre Neugier und auch ein Zufall bringen sie auf die Fährte eines ungeklärten Todesfalles und die Suche nach einer vermissten Agentin. Wem kann man in dieser Situation trauen? – Eigentlich ist dieser zweite Band wieder nur eine Detektivgeschichte. Aber es wäre kein Buch von Robin Stevens, wenn die eigentliche Botschaft nicht die wäre, dass man Kindern durchaus auch etwas zumuten kann. Das Setting der Geschichte ist das zerstörte London, das immer wieder unter Luftangriffen und Bombenhagel zu leiden hat. Stevens lässt ganz bewusst hier die Kinder aktiv werden und ihre Fähigkeiten zeigen und setzt so einen Gegenpol zu Krieg und Ausgeliefertsein. Schön, dass das Wörterbuch am Ende des Bandes beibehalten wurde. Auch bei diesem zweiten Band sollte bei der Ausleihe auf den Hintergrund Zweiter Weltkrieg hingewiesenen werden. Gerne empfohlen!
Gerda Harprath
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tote spionieren nicht
Robin Stevens ; aus dem Englischen von Ulli Günther und [einem weiteren]
Knesebeck (2024)
Abteilung für undamenhafte Aktivitäten ; [2]
395 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10