Das große Buch des Schreckens
»Terrorífic« heißt dieses Buch im spanischen Original, eine treffende Wort-Kombination, die deutlich macht, dass der Reiz von Horror- und Gruselgeschichten seit jeher eben im Zusammenspiel von schrecklich und großartig liegt. Auf der ersten der
großformatigen Doppelseiten wendet sich ein Herr, dessen Ähnlichkeit mit Edgar Allan Poe Kenner*innen des Genres nicht entgehen wird, direkt an die Leser*innen und stellt in den Raum, dass jede einzelne der folgenden Geschichten wahr sei – wenn man daran glaubt. Mit eindrücklichen, farbstarken Illustrationen setzt der katalanische Illustrator Pep Boatella jene Figuren in Szene, von denen die spanische Autorin Mia Cassany in einer Sprache erzählt, die sich deutlich an ihren literarischen Vorlagen orientiert, wenn es etwa um Graf Dracula oder Frankensteins Monster geht. Aber auch Figuren aus Mythologie und volkstümlichen Überlieferungen werden behandelt, bekannte wie Hexen oder Mumien, aber auch weniger populäre wie der Wendigo oder die Medusa. – Ob die Zielsetzung nun eine kulturwissenschaftliche Einordnung oder schlicht die Freude am wohligen Schaudern ist, bleibt offen. Das tut dem Reiz dieser Einführung in Horror- und Gruselgeschichten für ältere Kinder oder jüngere Jugendliche aber keinen Abbruch.
Kathrin Wexberg/STUBE
rezensiert für den Borromäusverein.
Das große Buch des Schreckens
Mia Cassany ; Illustrationen: Pep Boatella ; aus dem Spanischen von Antje Riley
Knesebeck (2025)
[52] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12