Schlafen Fische?
Jette erzählt, dass sie zehn Jahre alt geworden ist, sie also ihren ersten "zweistelligen" Geburtstag gefeiert hat. Während manche Menschen so alt werden, dass sie sogar "dreistellig" werden, ist ihr jüngerer Bruder Emil nur einstellig geworden.
Er war schwer krank und starb, als er sechs Jahre alt war. Voll kindlicher Weisheit berichtet Jette von den Gesprächen mit Emil über Sterben, Tod und Beerdigung. Sie trauert über ihren Verlust und beschreibt ihr Gefühl der Vernachlässigung durch die Eltern. Sie ist wütend auf ihre Mitschülerin, die damit angibt, wie sie den toten Wellensittich durch einen neuen ersetzt hat. Auch wenn Jette spürt, dass sie ihren Bruder immer vermissen wird, lichtet sich am Ende der Horizont und sie kann zuversichtlich in die Zukunft schauen. - Selten werden die großen Fragen nach Sterben und Tod, Trauer und Zuversicht in eine so berührende wie unsentimentale, so kluge wie wahrhaftige Sprache gefasst. - Das Büchlein, mit einigen Illustrationen, ist bibliophil gestaltet und bedarf vermutlich der Vermittlung, aber es ist jede Anstrengung wert!
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Schlafen Fische?
Jens Raschke. Mit Ill. von Jens Rassmus
Mixtvision (2017)
Dramatiker erzählen für Kinder
57 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10