Die Wolke unterm Dach
Lillys Mutter stirbt an einer Krebserkrankung. Das Mädchen erlebt die Beerdigung und behilft sich mit einem Foto zur Erinnerung. Jeden Tag malt sie ein Bild, in dem sie nach Wegen sucht, ihre Mutter auf ihrer Wolke - so hat ihr der Vater den Tod beschrieben
- zu besuchen. Langsam begreift sie, dass die Mutter physisch nicht mehr zu erreichen ist, auch wenn sie zuerst glaubt, sie könne über die alte Bodentreppe zur Wohnwolke gelangen. Sie träumt, dort ihre Mutter anzutreffen; doch beim zweiten Versuch hinaufzuklettern, stürzt Lilly und bricht sich das Bein. Der Vater findet eine kluge Lösung, die Lilly den Trauerprozess erleichtert. - Dem Autor und vor allem auch der Illustratorin Annabelle von Sperber sind eindrückliche Bilder gelungen, die das Trauern um einen geliebten Menschen auch kleinen Kindern verständlich machen; dass man nach Wegen sucht, mit dem Verstorbenen in Kontakt zu bleiben, dass das aber keine Wege im physischen Sinne sind. Dass die Trauerzeit in eine Phase des innigen Gedenkens münden muss. Eine thematische Bereicherung für viele Kinderbuchabteilungen.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Wolke unterm Dach
Chris Silber ; Illustrationen von Annabelle von Sperber
360 Grad Verlag (2022)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5